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DFG-Geokommission: Naturwissenschaften in direkter Konkurrenz zur Schöpfungslehre
Kommentar von Michael Kotulla
Studium Integrale Journal
28. Jahrgang / Heft 1 - April 2021
Seite 67 - 68
Die DFG1-Senatskommission für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung (kurz Geokommission)2 hat 2010 durch ihren damaligen Vorsitzenden Prof. Dr. Gerold Wever eine Strategieschrift mit dem Titel „Dynamische Erde – Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften“ herausgegeben. Recht unvermittelt heißt es dort auf Seite 118: „Die Naturwissenschaften stehen wieder vermehrt in direkter Konkurrenz zu einer fundamentalen Schöpfungslehre“ (in der Überschrift verkürzt wiedergegeben). Die Strategieschrift wird z. B. unter marumfreunde.de weiter vertrieben, und das Thema ist ohnehin aktuell.

Die Frage nach den Ursprüngen ist eingebettet in Kapitel 5.1 der Strategieschrift („Die Entstehung des Sonnensystems und der Erde“), unter der Zwischenüberschrift „Wissenschaftliche Herausforderungen“: Die Planetenforschung befriedige ein grundlegendes Interesse der Menschheit an ihren Wurzeln. In den letzten zehn Jahren habe sich in unserer Gesellschaft unterschwellig eine gewisse Skepsis gegenüber wissenschaftlicher Grundlagenforschung verbreitet. So lasse sich hier beispielhaft die heute wieder aktuelle Debatte über Kreationismus oder Intelligent Design nennen.3 Es folgen die oben zitierte Feststellung und die sich daraus ergebende Herausforderung (formuliert durch den Verfasser): Wie also kann diese negative Entwicklung gestoppt und gar umgekehrt werden?
Zur Lösung des Problems der Konkurrenz-Situation schlägt der Verfasser folgende Vorgehensweise vor.
Problembeschreibung
Die Konkurrenz-Situation, die hier gemeint ist, ist nicht sportlicher und nicht wirtschaftlicher Natur. Es handelt sich auch nicht um konkurrierende Forschungsprogramme, zumal heute Kooperation angesagt ist. Es geht um das, was der Mensch die Ursprünge betreffend letztendlich für wahr hält.
Und hier scheint eine vermeintlich negative Entwicklung vorzuliegen; das drückt das „wieder vermehrt“ (s. o.) aus. Die Strategieschrift konstatiert: „Planetenforschung befriedigt ein grundlegendes Interesse der Menschheit an ihren Wurzeln.“ Aber tut sie das ausschließlich und wirklich?
Problemursache
Bei den „Erklärungen“ handelt es sich um unterschiedliche „Kategorien“: Naturwissenschaftliche Hypothesen und Gott-gewirkte Offenbarung.
Die Entstehung des Universums, der Himmelskörper, der Erde und des Lebens sind vergangene – und bis dato – einmalige Ereignisse; die Entstehungsereignisse sind nicht wissenschaftlich dokumentiert. Die Naturwissenschaft versucht eine Rekonstruktion auf der Grundlage heutiger Beobachtungen und theoretischer Überlegungen (kosmische, chemische und biologische Evolution). Im Buch Genesis (Gen 1-2) werden die Entstehungsereignisse offenbart und beschrieben; sie sind charakterisiert durch: a) Gott, den Schöpfer, den Handelnden; b) die Erschaffung quasi aus dem Nichts (ex nihilo): Gott sprach und es geschah; c) die Dauer: ein Sechs-Tagewerk; d) ihre Vollständigkeit oder Universalität.
Diese zwei „Erklärungen“ sind sehr unterschiedlich und stehen der Strategieschrift zur Folge in Konkurrenz, denn es kann ja nur eine Geschichte geben. Zu betonen ist, dass es sich bei den „Erklärungen“ um unterschiedliche „Kategorien“ handelt: Einerseits naturwissenschaftliche Hypothesen oder Theorien, andererseits Gott-gewirkte Offenbarung.
Ein Beweisführung darüber, ob die Entstehungsereignisse sich so oder so zugetragen haben, ist für diesen Teil der Vergangenheit – rückblickend – nicht möglich.
Problemlösung
Lösungsweg 1: Mehr und weitere Planeten- und Kosmochemieforschung und implizit noch mehr Aufklärung; denn (Strategieschrift): „Die moderne Planetenforschung und Kosmochemie spielen eine wichtige Rolle dabei, den drohenden Einzug naturwissenschaftlichen Halbwissens in den Bildungssektor und in das gesellschaftliche Allgemeinbewusstsein zu verhindern.“
Lösungsweg 2: Die Vorhersagbarkeit als Mittel der Verifizierung anwenden.
Die Naturwissenschaft sagt vorher (Kotulla 2014): Eine neue Eiszeit, das Aussterben des Menschen, einen neuen Superkontinent, eine neue makroevolutiv veränderte Tierwelt, einen erkalteten Erdkern und schließlich eine unbewohnbare Erde – auf einem Zeitstrahl, der von 50.000 bis 7 Milliarden Jahre reicht.
Die Bibel sagt vorher: Die Wiederkunft Christi und das Auftreten eines neuen Himmels und einer neuen Erde (2 Petr 3,13; Offb 21,1) – ohne Zeitangabe (aber zeitnah).
Lösungsbewertung
Lösungsweg 1 beschreibt eine vermeintliche kurzfristige Lösung. Es ist aber anzunehmen, dass die Konkurrenz-Situation – sofern keine signifikante Änderung der Bedingungen eintritt – trotzdem weiter anhalten wird.
Lösungsweg 2 beschreibt eine ganzheitliche Lösung. Tritt die biblische Vorhersage ein, bedeutet dies, dass Christus, der Mit-Schöpfer, auftritt und sich als solcher zu erkennen gibt und teilweise ähnliche Dinge geschehen, wie sie im Schöpfungsbericht beschrieben werden. Durch dieses Handeln des Schöpfers würde auch die Schöpfung (Gen 1-2) bestätigt (verifiziert) werden.
Anmerkungen
1 DFG, Deutsche Forschungsgemeinschaft.
2 Die DFG-Senatskommission für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung ist zwischenzeitlich beendet worden. Folgekommission: Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften 2019.
3 Die Begriffe Kreationismus, Intelligent Design und Schöpfungslehre werden nicht näher beschrieben oder definiert; es erfolgt keine weitere Auseinandersetzung, und es werden keine konkreten Beispiele genannt. Der Text vermittelt eine negative Konnotation.
Literatur
Megafluten. Studium Integrale Journal 21, 4-11.
Dynamische Erde – Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften.
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Studiengemeinschaft WORT und WISSEN e.V.
Letzte Änderung: 7/2/21
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