Design vom Feinsten: Wasserläufer

Abb.1: Wasserläufer Gerris. Foto: Andreas Waechter.

Federleicht huschen sie über das Wasser – es ist faszinierend, ihren flinken, ruckartigen Bewegungen zuzusehen: Die zu den Wanzen zählenden Wasserläufer schweben scheinbar schwerelos auf der Wasseroberfläche. Dabei profitieren sie von der Oberflächenspannung des Wassers. Immerhin bis zu 4,4 mm beträgt die Einsinktiefe, und es wird eine bis zu dreihundertfache Wassermenge des Fußvolumens verdrängt. Xuefeng Gao und And Lei Jiang vom Nationalen Zentrum für Nanotechnik in Peking sind der Technik, die dieser Fähigkeit zugrunde liegt, auf die Spur gekommen. Demnach ermöglichen feine, nadelförmge Härchen an den Füßen die Bildung winziger Luftkissen unter den Füßen. Diese Härchen sind durchschnittlich 50 Mikrometer lang und 0,2-3 Mikrometer dick und stehen etwa 20 Grad vom Fuß ab. Auf der Oberfläche dieser feinen Borsten befinden sich winzige Furchen. Darin vermuten die beiden Forscher winzige Luftbläschen, welche die Luftkissen bilden, die die Benetzung verhindern. Diese Erkenntnisse könnten helfen, wasserabweisende Materialien zu entwickeln bzw. zu verbessern: Einmal mehr bietet sich die Schöpfung als Lehrmeister für die Technik an.

RJ

[Gao X & Jiang AL (2004) Biophysics: Water-repellent legs of water striders. Nature 432, 36]