Massive Galaxien im frühen Universum
Das Licht, das uns heute von weit entfernten Galaxien im Universum erreicht, zeigt, wie diese waren, als das heute beobachtete Licht von ihnen ausging. Aus diesem Grund müßten sehr weit entfernte Galaxien „jung“ erscheinen, weil wir das Universum zu einer Zeit beobachten, als es noch viel weniger weit entwickelt war. Diese Sichtweise von einem früher noch unentwickelten Universum wurde jedoch durch zwei neuere Studien herausgefordert: Dabei wurden „alt“ erscheinende, massive Galaxien in weit größerer Distanz beobachtet als die bisherigen Rekordhalter. Das paßt nicht in die aktuellen Theorien der Struktur- und Galaxienbildung im frühen Universum. Wirth (2004) kommentiert: „Mit der soliden Bestätigung, daß es bereits vor 10 Milliarden Jahren viele alte, massive Galaxien gab, wird klar, daß auch die besten Modelle die Evolution der Galaxien nicht vollständig erklären können. Diese Studien nötigen die Astronomen, zu erwägen, ob massive Galaxien bereits viel früher als durch die hierarchischen Modelle vorausgesagt entstanden, oder ob die Sterne in diesen frühesten Galaxien auf eine völlig andere Weise als erwartet geformt wurden.“
CK
[Wirth GD (2004) Old before their time. Nature 430, 149-150.]