Australische Krabbenspinne:
Kontrast statt Tarnung zur Täuschung von Beute

Abb.1: Die veränderliche Krabbenspinne mit Beute auf einer Arnikablüte. (Foto: R. Junker)

Einige europäische Krabbenspinnen passen sich farblich an Blüten an, in denen sie sich aufhalten und auf ahnungslose Beute warten (Abb. 1.). Die Tarnfarbe kann unterschiedlich ausfallen (z. B. gelb oder rosa). Eine australische Art der Krabbenspinnen, Thomisus spectabilis, „verfolgt“ eine andere Strategie. Auf weißblühenden Chrysanthemen ist diese Spinnenart durch Reflektion von UV-Licht für die UV-sichtigen Bienen besonders auffällig (für das menschliche Auge ist die Spinne dagegen getarnt). Die Blüten erscheinen den Bienen auf diese Weise besonders attraktiv. Dies zeigten Versuchsreihen mit Blüten, auf welche betäubte Spinnen gesetzt wurden (HEILING et al. 2003). Im Vergleich zu den kontrastärmeren Blüten wurden die von einer Spinne bewohnten Blüten etwa dreimal so häufig angeflogen. Die australische Krabbenspinne verkörpert damit ein weiteres ausgefallenes Beispiel für eine Täuschung der Beute.

RJ

[HEILING AM, HERBERSTEIN ME & CHITTKA L (2003) Crab-spiders manipulate flower signals. Nature 421, 334.]