Konserviertes Zahnmuster bei Lungenfischen
Doppelt genäht hält besser – das gilt für die Lungenfische in Beug auf das Atmen, denn sie können außer durch Kiemen auch mit einfach gebauten Lungen atmen, die sie bei Trockenheit – eingegraben in Schlamm – nutzen. Die im Devon verbreiteten Fische haben bis heute in drei Gattungen in Australien, Afika und Südamerika überlebt. Aber noch in manch anderen Mermalen sind die Lungenfische eigenartig, weshalb sie nicht in eine nähere stammesgeschichtliche Beziehung zu den Vierbeinern gebracht werden können. Eines dieser Merkmals ist die Bezahnung. Die erwachsenen Fische besitzen keine richtige Mundrandbezahnung, sondern mehrreihige, flächige Zahnplatten, somit ein Malmgebiß. Die jugendlichen Tiere bilden zwar ein „normales“ Milchzahngebiß aus, doch fallen diese Zähne in der weiteren Entwicklung nach einem bestimmten Muster aus. Dieser seltsame Zahnwechsel konnte nun auch bei zahlreichen sehr gut erhalten fossilen Lungenfischen aus dem Devon nachgewiesen werden. Dieser bemerkenswerte Befund zeigt, daß das Entwicklungsprogramm für die Bezahnung bei den Lungenfischen einheitlich ist, einzigartig und unverändert für alle Zahnfelder, stellen REISZ & SMITH (2001) fest, die den Zahnwechsel bei den fossil erhaltenen Tieren untersucht haben. Sie verglichen die Zahnentwicklung bei der heute vorkommenden Gattung Neoceratodus mit der devonischen Gattung Andreyevichthys.
[REISZ RR & SMITH MM (2001) Lungfish dental pattern conserved for 360 Myr. Nature 411, 548.]
RJ