Rechtshändige Kraken
„Tintenfische sind schon äußerlich so verschieden von [...] Wirbeltieren, daß viele Menschen sie intuitiv als primitive Lebewesen bezeichnen“, so ein Zitat aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 5. 9. 2001. Dem scheint aber doch nicht so zu sein. Im Verhältnis zum Körper liegt die Gehirngröße beim Octopus im Bereich vieler Vögel und Säugetiere. Die Tiere sind sehr gelehrig und sie verständigen sich durch optische Muster auf der Haut, die sie willentlich verändern können. Vor kurzem konnte eine Seiten-Bevorzugung ähnlich der Rechts- oder Linkshändigkeit beim Menschen nachgewiesen werden. Schwimmt eine Beute am „falschen“ Auge vorbei, so drehen die Kraken den Kopf, bis sie mit ihrem bevorzugten Auge die Beute anvisieren können. Die Bevorzugung eines Auges führt auch dazu, daß die Tiere zwei entsprechende Fangarme häufiger benutzen, welche dann auch stärker pigmentiert sind. Dies ist der erste Nachweis einer solchen Asymmetrie bei Wirbellosen. Die Tiere sind aber auch zu räumlichem Sehen fähig, wenn sie beide Augen auf das zu betrachtende Objekt richten. [Abstracts of the XXVII International Ethological Conference, Tübingen, Germany]
KN