Einzelnes Gen läßt Tomate sprunghaft größer werden

Die Vorgänger der Zuchttomaten (Lycopersicon esculentum) hatten wahrscheinlich Früchte mit einem Durchmesser von deutlich unter 1 cm – geradezu winzig, gemessen an den großen Tomaten im heimischen Garten. Es ist eine große Zahl von Erbanlagen bekannt, welche Einfluß auf die Größe der Früchte haben. Nun haben Anne FRARY und Mitarbeiter von der Cornell University in Ithaka ein Gen entdeckt, dessen Gegenwart oder Fehlen eine sprunghafte Veränderung der Fruchtgröße zur Folge hat. Die Früchte der Zuchttomate werden um ca. ein Drittel kleiner, wenn man ihnen das Gen fw2.2 der Wildtomate L. pennellii einpflanzt. Die Autoren vermuten, daß dieses Gen bei der Domestizierung eine Schlüsselrolle spielte, da alle bisher untersuchten Wildtomaten dieses Gen besitzen, während die Zuchtformen an dessen Stelle ein anderes Allel (Genvariante) haben, das große Früchte ermöglicht, vermutlich infolge Veränderungen in der Regulation der Wachstumsvorgänge. „Kleine Ursache – große Wirkung“ ist ein Mittel zur Erzeugung beträchtlicher Vielfalt innerhalb von Grundtypen. [FRARY A, NESBITT C et al. (2000) fw2.2: A quantitative trait locus key to the evolution of tomate fruit size. Science 289, 85-88.]

RJ