Zirpen von Heuschrecken uralt
Schon im unteren Tertiär (55 Millionen Jahre) war das Zirpen von Heuschrecken zu vernehmen, wie Fossilfunde aus Dänemark zeigen. Manche Überreste sind so gut erhalten, daß man sogar anatomische Details erkennen kann. Bei den männlichen Exemplaren der Laubheuschrecke Pseudotettigonia amoena finden sich an der Unterseite des Vorderflügels kleine Noppen. Diese Noppen streichen über eine hervorstehende Ader des Hinterflügels und erzeugen so ein lautstarkes Zirpen, wenn der Flügel anfängt zu schwingen. Für hohe Frequenzen ist ein sogenannter Spiegel vorhanden, ein dünnhäutiger Teil des Flügels, der von kräftigen Adern umrahmt ist. Noppen wie Spiegel sind auf der linken Seite stärker ausgeprägt und zeigen, daß auch damals schon - wie heute - die Heuschrecken mit links zirpten. Vermutlich um 7 kHz dürfte der Ton der fossilen Schrecke betragen haben. Leider sind die Hörorgane, die sich auf den Vorderbeinen befinden, nicht fossilisiert, aber die Forscher gehen von einem guten Hörvermögen aus. [Rust J, Stumpner A & Gottwald J (1999) Singing and hearing in a Tertiary bushcricket. Nature 399, 650] KN