Treffsicher

Bombardierkäfer wehren sich mit einem heißen und ätzenden Sekret, welches sie aus dem Hinterleib verspritzen. Es handelt sich meist um Benzochinone und Kohlenwasserstoffe, die mit Wasserstoffsuperoxid vermischt in eine Reaktionskammer entlassen werden. Dort werden Katalasen und Peroxidasen aus einer zweiten Drüse hinzugefügt. Das Wasserstoffsuperoxid zerfällt und oxidiert das Hydrochinon. Mit fast 100°C verläßt diese Mischung explosionsartig den Hinterleib des Käfers. Und das erstaunlich sicher. Wurde ein afrikanischer Bombardierkäfer am Oberschenkel gereizt, so bespritzte er nicht sein ganzes Bein, sondern nur das oberste Segment. Diese Käfer konnten selbst auf ihrem Rücken befindliche Feinde abwehren. Mehr als 20 Schüsse können dabei abgegeben werden, bevor die Sekrete erschöpft sind und neu gebildet werden müssen. Interessanterweise besitzen die Bombardierkäfer verschiedene Schussapparate, ja bei manchen Arten sind noch nicht einmal zwischen den Männchen und Weibchen derselben Art die Apparate identisch. [Eisner E & Aneshansley DJ (1999) Spray aiming in the bombardier beetle: Photographic evidence. Proc. Natl. Acad. Sci. USA 96, 9750-9709] KN