Kreidezeitliche Plesiosaurier fraßen Ammoniten

Plesiosaurier sind große Meeresreptilien, die viele Besucher des Holzmadener Museums an der Autobahn Stuttgart - München in guter Erinnerung haben (Abb.1). Man hat sie als hauptsächliche Räuber der mesozoischen Meere angesehen, obwohl man bisher keine detaillierten Mageninhalte gefunden hat. Vor einigen Jahren wurde behauptet, daß ein halb verwester Plesiosaurierkadaver in der Nähe von Japan in ein Fischernetz geriet; Fotos waren im Umlauf und sogar eine japanische Briefmarke wurde gedruckt. Allerdings konnte der Fall nie ganz aufgeklärt werden.

Sato und Tanabe fanden ein sehr gut erhaltenes Plesiosaurier-Teilskelett in Japan (Obere Kreide). In der Magengegend wurden Gastrolithen gefunden; das sind Magensteine, die zum Zermahlen der Nahrung und/oder als Auftriebskontrolle dienten; man findet sie bei Dinosauriern und rezent bei manchen Vögeln und Krokodilen. In der Magengegend des Fossils wurden außerdem etwa 30 einzelne Cephalopoden-Kiefer von einer Länge von 5-15 mm gefunden. Der Vergleich mit heutigen und fossilen Cephalopoden (Kopffüßer) ergab, daß es sich wahrscheinlich um Ammoniten handelt. Die Zähne der jetzt gefundenen, rund 3 m langen Plesiosaurierart sind verhältnismäßig schwach entwickelt und kaum zum Zermalmen von Ammonitengehäusen geeignet. Die kleine Größe der Ammonitenkiefer deutet darauf hin, daß die Tiere als ganzes verschlungen und möglicherweise von den Magensteinen zermahlen wurden. Die hohe Zahl der Ammonitenkiefer zeigt, daß diese Tiere zur bevorzugten Beute dieses Plesiosauriers gehörten. [Sato T & Tanabe K (1998) Creatceous plesiosaurs ate ammonites. Nature 394, 629-630.] SS