Vom Fisch zum Vierbeiner – eine neue Sicht zu einem berühmten Übergang

Teil 2: Ichthyostega, Acanthostega und andere Tetrapoden des höheren Oberdevons

Autor/innen

  • Reinhard Junker
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a8b2e3ccbf0)
2004-11-01
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Das berühmte Ichthyostega aus dem oberen Oberdevon hat seinen Status als „erstes Amphib“ aufgrund neuer Erkenntnisse möglicherweise eingebüßt. Es ist zwar eindeutig ein Tetrapode, lebte aber dennoch wahrscheinlich vornehmlich im Wasser. Der gleichalte Tetrapode Acanthostega mit acht Fingern gilt sogar als ausschließlich wasserlebend. Mit dieser Einschätzung geht ein Paradigmenwechsel in den Evolutionsvorstellungen zur Entstehung der Tetrapoden einher: Die fünfgliedrige Vierbeiner-Extremität dürfte demnach bereits im Wasser entstanden sein, nicht erst bei der Eroberung des Landes. Aus dieser Sicht folgt jedoch ein bislang ungelöstes evolutionstheoretisches Dilemma: Manche Merkmale sprechen deutlich für eine primäre Lebensweise im Wasser (wonach wichtige Tetrapodenmerkmale also im Wasser entstanden wären), ebenso gewichtige Merkmale deuten jedoch darauf hin, daß sie von landlebenden Formen abstammen, also sekundär wasserlebend sind (wobei dann die Herkunft der landlebenden Vorläufer völlig im Dunkeln wäre). Die evolutionären Zusammenhänge der Formen des Oberdevons untereinander und mit jüngeren Tetrapoden des Karbons sind zudem unklar.

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