Durch neue Untersuchungen bestätigt: Granit-Plutone entstehen schnell

Autor/innen

  • Franz Egli-Arm
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2001-11-01
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Granitschmelzen entstehen nach praktisch einhelliger Meinung der Forscher im Bereich der Unterkruste, in etwa 15 bis 40 km Tiefe, durchdringen den mittleren Krustenbereich und erstarren einige Kilometer unterhalb der Erdoberfläche in unregelmäßig geformten Granitkörpern, die Plutone genannt werden. Bei diesem Vorgang sind im wesentlichen 4 Prozesse beteiligt: Bildung der Schmelze durch Aufschmelzen des Muttergesteins, Trennung der Schmelze vom Muttergestein, Transport in die Oberkruste sowie aktive und passive Platznahme am Ort der Erstarrung. Ursprünglich glaubte man, diese Prozesse liefen über Hunderttausende bis Millionen von Jahren mit Bewegungsraten im Bereich von Millimetern bis Zentimetern pro Jahr. Seit Mitte der Achtzigerjahre gewann jedoch immer mehr die Ansicht an Bedeutung, daß die Abläufe eine um Größenordnungen kürzere Zeit erfordern. Das Studium Integrale Journal berichtete darüber (Egli-Arm 1998). In Nature erschien kürzlich ein zusammenfassender Artikel mit neueren Ergebnissen aus Beobachtung, Theorie, Experiment und numerischer Modellrechnung zu diesem Thema (Petford et al. 2000). Alle darin enthaltenen Resultate erhärten die grundsätzlichen Aussagen des neuen, „schnellen“ Granitentstehungsmodells. Allerdings gehen Petford et al. (2000) nicht darauf ein, was nach der Platznahme mit dem sich abkühlenden Pluton geschieht. Die Vorgänge in der Abkühlungsphase kann man in das System als fünften Prozeß einführen.

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