James Hutton (1726-1797) - ein Begründer der Geologie

Autor/innen

  • Thomas Fritzsche
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1997-05-01

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Vor 200 Jahren starb James Hutton (1726-1797) in seiner Geburtsstadt Edinburgh in Schottland. Im gleichen Jahr wurde Charles Lyell (1797-1875) geboren, der maßgeblichen Anteil an der Herausbildung des Status hatte, den die spätere Geschichtsschreibung James Hutton zuwies: dem eines Begründers der Geologie. Huttons Werk, die Theory of the Earth (1788, 1795), stand am Beginn des "heroischen Zeitalters" der Geologie, das etwa von 1790 bis 1830 währte. Die Theory war anfangs nicht weit verbreitet. Es bedurfte der Hilfe des schottischen Naturphilosophen und Mathematikers John Playfair (1748-1818), die Vorstellungen Huttons der Nachwelt in gestraffter Form zugänglich zu machen. Die Illustrations of the Huttonian Theory (1802) wurden bekannter als Huttons voluminöser Zweihänder. Nach Playfair und Lyell war es schließlich Sir Archibald Geikie (1897), der den sich bis in die modernen Lehrbücher hinein erhaltenden Hutton-Mythos begründete. Nach geologischer Geschichtsschreibung war Hutton der Genotypus des modernen Geologen, der seine Theorie erst nach sorgfältiger Analyse der Geländebefunde aufstellte. In der wissenschaftshistorischen Literatur der letzten Jahrzehnte hat eine gründliche Auseinandersetzung mit bekannten und weniger bekannten Forscherpersönlichkeiten, ihrem intellektuellen Umfeld und den Zwängen ihrer Epoche, eingesetzt. Dadurch hat Huttons geologische Arbeitsmethodik einiges von ihrem Glanz verloren, zugleich wurde aber das Verständnis für die Gesamtschau dieses großen Denkers hervorgehoben.

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