Die Australopithecinen holen wieder auf: Kletternde Zweibeiner werden älter

Autor/innen

  • Sigrid Hartwig-Scherer
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a80f763084d)
2003-11-01
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Nachdem neue Gattungen wie Kenyanthropus, Orrorin und andere Hominiden den Australopithecinen den Rang als menschliche Vorfahrengruppe abzulaufen schienen, demonstrieren neue Datierungsmethoden, daß das Alter der Australopithecinen durchaus höher gewesen sein könnte als bislang angenommen. Fossilien der Gattung Australopithecus aus dem südafrikanischen Höhlensystem Sterkfontein erreichen demnach ein Alter von über 4 MrJ (und nicht wie angenommen um 3 MrJ). Damit lebten sie zeitgleich mit den ältesten Australopithecinen A. afarensis und A. anamensis und der Gattung Kenyanthropus. Das hohe Alter wurde mittels einer neuen Datierungsmethode erzielt, die speziell für Höhlensedimente entwickelt wurde und auf dem Zerfallsprofil von Aluminium- und Berylliumisotopen durch kosmische Strahlung beruht. Die neue Datierung weist auch auf ein erhöhtes Alter anderer australopithecinen Höhlenfunde hin, so daß die Gattung Australopithecus (im weiteren Sinn) bis zu 6 MrJ alt gewesen sein könnte. Die neuen Funde aus Sterkfontein bestätigen zudem, daß auch die südafrikanischen Australopithecinen Anpassungen sowohl an den zweibeinig aufrechten Gang als auch an das Hangeln in den Bäumen gehabt haben mußten. Welche Bedeutung dies bezüglich der Vorstellungen zur menschlichen Evolution bekommt, ist offen; die Diskussion bleibt spannend.

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