Sahelanthropus – ein neuer Adam oder ein Affe?

Fossil aus Tschad löst heftigen Disput aus

Autor/innen

  • Sigrid Hartwig-Scherer
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a8517aa1946)
2002-11-01
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„Streit um den neuen Adam“ – so wird der Disput um einen neuen, recht vollständigen Schädel von der FAZ betitelt (Paul 2002). Der Schädel aus Zentralafrika wurde mit dem Namen Sahelanthropus tchadensis belegt, was übersetzt soviel wie „der Sahel-Mensch aus Tschad“ bedeutet. Dieser Name und die Diskussion im Wissenschaftsjournal Nature legen nahe, daß die Autoren ihn für einen Vorfahren der menschlichen Linie halten. Sein hohes Alter von fast 7 MrJ käme – nach Meinung der Beschreiber – sehr nahe an den Zeitpunkt, wo sich die beiden Linien zum Schimpansen und zum Menschen getrennt haben sollen, ein Zeitpunkt, den andere bislang später angesetzt haben. Kritik an dieser Darstellung kam erwartungsgemäß und recht vehement von den Beschreibern des knapp 6 MrJ alten Orrorin tugenensis, der als zweibeiniger hangelnder Hominide ebenfalls den Rang des ersten Vorfahren des Menschen beansprucht und als solcher auf große Ablehnung gestoßen war. Dementsprechend halten die Orrorin-Beschreiber den neuen Fund für einen Proto-Gorilla, der nichts mit der Vorfahrenschaft zum Menschen zu tun habe. Doch ganz so einfach läßt sich diese neue miozäne Menschenaffenart nicht einordnen.

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