Grundprobleme der Taxonomie, Systematik und Phylogenie - aus der Sicht eines paläontologisch arbeitenden Biologen

Autor/innen

  • Torsten Rossmann
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a7da43e2b8c)
2000-11-01
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Nach Diskussion der derzeit gängigen Methoden in der Taxonomie, Systematik und Phylogenie-Forschung werden Probleme aufgezeigt. Der Autor kommt zu folgenden Schlüssen: 1. Der Schwerpunkt taxonomischer Forschung ist Ordnung zu schaffen. 2. Ordnung ist nicht primär in der Natur zu finden, sie wird vom Bearbeiter erzeugt. Dies betrifft alle taxonomischen Kategorien bis hinunter" zum Art-Niveau. Dem Naturforscher im Wirkungsgefüge und als Teil der Natur ist es nicht möglich, eine potentielle natürliche Ordnung oder eine natürliche Verwandtschaft zwischen den Kategorien zirkelfrei erkennen und aufzeigen zu können. 3. Alle klassifikatorischen Systeme sind Kunstprodukte, die handelnd (operant) erzeugt worden sind und stellen kein naturgetreues (naturalistisches) Abbild der "Natur" dar. Hierzu zählen auch kladistische Systeme. 4. Die Taxonomie, Systematik und ihre phylogenetischen Schlußfolgerungen hängen somit vom Standpunkt und den Definitionen des Bearbeiters ab, sie sind relativ. Die Unfähigkeit des Naturforschers, die Natur objektiv wahrzunehmen und zu beschreiben, da er als ein Teil von ihr selbst Einfluß auf sie ausübt, wird hier als biologisches Unschärfeprinzip bezeichnet."

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