Moderne Algen sind älter als die Kambrische Explosion
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Abb. 1 (Introbild) Anatomie der neuentdeckten fossilen Alge Protocodiumsinense (541 MrJ) mit modernen Algenmerkmalen als elektronenmikroskopisches (a) bzw. Micro-CT-Bild (b) und in der schematischen Rekonstruktion (c) im Vergleich mit einer heutigen Codium-Alge (d) unter dem Elektronenmikroskop. (Beschriftung geändert nach © Chia et al. 2022 in BMC Biology. Springer Nature; Fig. 2a+b, Fig. 3e+f; CC-BY-4.0, http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)
Im Studium Integrale Journal wurde immer wieder von der sogenannten Kambrischen Explosion berichtet, bei der vor über 500 Millionen radiometrischen Jahren (MrJ) Fossilien der meisten heute bekannten Tierstämme plötzlich und ohne Vorläufer in den Gesteinsschichten auftauchen. Eine neuentdeckte Alge aus China ist jedoch noch etwas älter und besitzt dennoch moderne Merkmale heutiger Algen – und das sogar auf zellulärer Ebene. Somit hätte sich die Alge trotz 541 MrJ vermeintlicher Evolutionsgeschichte kaum verändert und stellt daher ein „lebendes Fossil“ dar.
Unter dem Titel „Fossile Alge mit modernen Merkmalen“ wies Bernhard (2022) auf wissenschaft.de auf eine neu entdeckte Algenart hin, die von Chai und Kollegen (2022) beschrieben worden war. Chai et al. (2022) stellten die extrem gut erhaltene, kugelförmige Alge aus der Ediacara-Formation Dengying in Südchina vor, die auf mindestens 541 MrJ datiert wird. Mittels röntgen- und elektronenmikroskopischen Untersuchungen gelang den Wissenschaftlern ein Blick in das Innere der winzigen Alge, die einen Durchmesser von nur 0,5 mm besitzt. Aufgrund innerer Baumerkmale (wie einem charakteristischen Mark aus ineinander verschlungenen dünnen intrazellulären Strängen, die man Siphons nennt) schlossen Chai et al. (2022, 3) auf eine Zugehörigkeit der fossilen Alge zur modernen Gattung Codium aus der heutigen Grünalgen-Familie Codiaceae: „Unsere Fossilien sind sowohl in der äußeren als auch in der inneren Struktur praktisch nicht von modernen Codium-Vertretern zu unterscheiden.“ Allerdings entschieden sich die Autoren (2022, 1) dennoch für die Aufstellung einer neuen Algen-Gattung namens Protocodium: „Die deutlich geringere Größe im Vergleich zu den heute lebenden Arten veranlasst uns jedoch [die neue Art] Protocodiumsinense […] aufzustellen.“ Phylomorphologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass die neu entdeckte Alge Protocodium eine Stammgruppe der modernen Gattung Codium darstellt, weil „die Morphologie von Protocodium im Allgemeinen mit dem Rest der Gattung und insbesondere mit der C. minus-Untergruppe übereinstimmt“ (ebd., 4). Doch was bedeutet es, wenn äußere und innere Struktur von vorkambrischen Algen denen der heutigen Algen auf erstaunliche Art und Weise ähneln?
Für die Wissenschaftler ist es unerwartet, dass die „stammesgeschichtliche Gruppe Codium“ bereits im Ediacarium vor dem Kambrium vorhanden war, was einen revidierten Zeitplan der Evolutionsgeschichte der Algen „erzwingt“ (Chai et al. 2022, 7). Die auf Grundlage heutiger molekularer Vergleichsdaten erstellten „molekularen Uhren“ mit der höchsten Altersabschätzung hätten das Alter der Algengattung von Codium nämlich immer noch um 100 MrJ jünger eingestuft (ebd.). Dies zeigt, wie unsicher das Rückrechnen mittels molekularer Uhren unter Voraussetzung des evolutionären Paradigmas sein kann.
Noch wichtiger aus Schöpfungsperspektive ist aber die folgende, etwas kompliziert formulierte Feststellung der Autoren (2022, 8): „Schließlich kann Protocodium als klares Beispiel für die extreme Langlebigkeit eines Eukaryonten-Zellplans mit moderater phänotypischer Differenzierung dienen.“ Das heißt, dass der Bauplan über mindestens 540 MrJ praktisch unverändert geblieben ist, wie Cédric Aria, Mitautor der Studie, auf wissenschaft.de zitiert wird (Bernhard 2022).
Das heißt also: Die Algengruppe trat mit perfekt designtem Bauplan und großer Überlebensfähigkeit fossil auf, und ist auch heute noch weltweit in den Meeren verbreitet (vgl. Bernhard 2022). Das wirft die Fragen auf: Wieso sollten dieselben Umweltbedingungen in den Weltmeeren in einer vermeintlichen Evolutionsgeschichte von über 540 MrJ Dauer einerseits zu einer Evolution von winzigen, mehrzelligen Vorfahren zu Fischen und Lurchen bis hin zu Menschen geführt haben, während andererseits die Evolution der Codium-Gruppe über eine halbe Milliarde Jahre quasi stehen geblieben ist? Und woher kam eigentlich eine „von Anfang an“ perfekt angepasste Protocodium-Alge, wenn sie nicht von einem Schöpfer gezielt erschaffen worden ist?
[Bernard E (2022) Fossile Alge mit modernen Merkmalen. wissenschaft.de, vom 23.09.2022, https://www.wissenschaft.de/erde-umwelt/fossile-alge-mit-modernen-merkmalen/ • Chai S, Aria C & Hua H (2022) A stem group Codiumalga from the latest Ediacaran of South China provides taxonomic insight into the early diversification of the plant kingdom. BMC Biol. 20, 199, https://doi.org/10.1186/s12915-022-01394-0] B. Scholl
Abb. 1 (Introbild) Anatomie der neuentdeckten fossilen Alge Protocodiumsinense (541 MrJ) mit modernen Algenmerkmalen als elektronenmikroskopisches (a) bzw. Micro-CT-Bild (b) und in der schematischen Rekonstruktion (c) im Vergleich mit einer heutigen Codium-Alge (d) unter dem Elektronenmikroskop. (Beschriftung geändert nach © Chia et al. 2022 in BMC Biology. Springer Nature; Fig. 2a+b, Fig. 3e+f; CC-BY-4.0, http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)
Im Studium Integrale Journal wurde immer wieder von der sogenannten Kambrischen Explosion berichtet, bei der vor über 500 Millionen radiometrischen Jahren (MrJ) Fossilien der meisten heute bekannten Tierstämme plötzlich und ohne Vorläufer in den Gesteinsschichten auftauchen. Eine neuentdeckte Alge aus China ist jedoch noch etwas älter und besitzt dennoch moderne Merkmale heutiger Algen – und das sogar auf zellulärer Ebene. Somit hätte sich die Alge trotz 541 MrJ vermeintlicher Evolutionsgeschichte kaum verändert und stellt daher ein „lebendes Fossil“ dar.
Unter dem Titel „Fossile Alge mit modernen Merkmalen“ wies Bernhard (2022) auf wissenschaft.de auf eine neu entdeckte Algenart hin, die von Chai und Kollegen (2022) beschrieben worden war. Chai et al. (2022) stellten die extrem gut erhaltene, kugelförmige Alge aus der Ediacara-Formation Dengying in Südchina vor, die auf mindestens 541 MrJ datiert wird. Mittels röntgen- und elektronenmikroskopischen Untersuchungen gelang den Wissenschaftlern ein Blick in das Innere der winzigen Alge, die einen Durchmesser von nur 0,5 mm besitzt. Aufgrund innerer Baumerkmale (wie einem charakteristischen Mark aus ineinander verschlungenen dünnen intrazellulären Strängen, die man Siphons nennt) schlossen Chai et al. (2022, 3) auf eine Zugehörigkeit der fossilen Alge zur modernen Gattung Codium aus der heutigen Grünalgen-Familie Codiaceae: „Unsere Fossilien sind sowohl in der äußeren als auch in der inneren Struktur praktisch nicht von modernen Codium-Vertretern zu unterscheiden.“ Allerdings entschieden sich die Autoren (2022, 1) dennoch für die Aufstellung einer neuen Algen-Gattung namens Protocodium: „Die deutlich geringere Größe im Vergleich zu den heute lebenden Arten veranlasst uns jedoch [die neue Art] Protocodiumsinense […] aufzustellen.“ Phylomorphologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass die neu entdeckte Alge Protocodium eine Stammgruppe der modernen Gattung Codium darstellt, weil „die Morphologie von Protocodium im Allgemeinen mit dem Rest der Gattung und insbesondere mit der C. minus-Untergruppe übereinstimmt“ (ebd., 4). Doch was bedeutet es, wenn äußere und innere Struktur von vorkambrischen Algen denen der heutigen Algen auf erstaunliche Art und Weise ähneln?
Für die Wissenschaftler ist es unerwartet, dass die „stammesgeschichtliche Gruppe Codium“ bereits im Ediacarium vor dem Kambrium vorhanden war, was einen revidierten Zeitplan der Evolutionsgeschichte der Algen „erzwingt“ (Chai et al. 2022, 7). Die auf Grundlage heutiger molekularer Vergleichsdaten erstellten „molekularen Uhren“ mit der höchsten Altersabschätzung hätten das Alter der Algengattung von Codium nämlich immer noch um 100 MrJ jünger eingestuft (ebd.). Dies zeigt, wie unsicher das Rückrechnen mittels molekularer Uhren unter Voraussetzung des evolutionären Paradigmas sein kann.
Noch wichtiger aus Schöpfungsperspektive ist aber die folgende, etwas kompliziert formulierte Feststellung der Autoren (2022, 8): „Schließlich kann Protocodium als klares Beispiel für die extreme Langlebigkeit eines Eukaryonten-Zellplans mit moderater phänotypischer Differenzierung dienen.“ Das heißt, dass der Bauplan über mindestens 540 MrJ praktisch unverändert geblieben ist, wie Cédric Aria, Mitautor der Studie, auf wissenschaft.de zitiert wird (Bernhard 2022).
Das heißt also: Die Algengruppe trat mit perfekt designtem Bauplan und großer Überlebensfähigkeit fossil auf, und ist auch heute noch weltweit in den Meeren verbreitet (vgl. Bernhard 2022). Das wirft die Fragen auf: Wieso sollten dieselben Umweltbedingungen in den Weltmeeren in einer vermeintlichen Evolutionsgeschichte von über 540 MrJ Dauer einerseits zu einer Evolution von winzigen, mehrzelligen Vorfahren zu Fischen und Lurchen bis hin zu Menschen geführt haben, während andererseits die Evolution der Codium-Gruppe über eine halbe Milliarde Jahre quasi stehen geblieben ist? Und woher kam eigentlich eine „von Anfang an“ perfekt angepasste Protocodium-Alge, wenn sie nicht von einem Schöpfer gezielt erschaffen worden ist?
[Bernard E (2022) Fossile Alge mit modernen Merkmalen. wissenschaft.de, vom 23.09.2022, https://www.wissenschaft.de/erde-umwelt/fossile-alge-mit-modernen-merkmalen/ • Chai S, Aria C & Hua H (2022) A stem group Codiumalga from the latest Ediacaran of South China provides taxonomic insight into the early diversification of the plant kingdom. BMC Biol. 20, 199, https://doi.org/10.1186/s12915-022-01394-0] B. Scholl