Löst Haplocheirus das Zeit-Paradox der Vogelevolution?

Autor/innen

  • Reinhard Junker
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2010-05-01
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Der Fund eines Alvarezsauriden der Gattung Haplocheirus scheint ein Paradox der Vogelevolution zu lösen, das darin besteht, dass die am ehesten als Vogelvorfahren geeigneten Formen mit Federn oder federartigen Strukturen später in der Fossilabfolge auftauchen als die ältesten Vögel. Denn Haplocheirus war teilweise befiedert und wird etwa 15 Millionen Jahre älter datiert als der „Urvogel“ Archaeopteryx. Haplocheirus kann jedoch aufgrund spezialisierter Merkmale nicht zu den Vogelvorfahren gestellt werden. Für die Frage nach der evolutiven Entstehung der Vögel ist mit dem neuen Fund außer einer gewissen Entschärfung des Zeit-Paradoxons nichts gewonnen. Vielmehr trägt Haplocheirus weiter dazu bei, dass „extreme morphologische Konvergenzen“ (Choiniere et al. 2010, 571), also die unabhängige Entstehung gemeinsamer Merkmale, angenommen werden müssen.

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