Eine neue Phylogenie der Vögel: Was sagen die Daten wirklich?

Autor/innen

  • Judith Fehrer
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a8456ec6638)
2009-05-01
Titelbild

Downloads

Im Juli 2008 erschien in einem Artikel der Zeitschrift Science die bisher umfangreichste Phylogenie der Vögel auf der Basis von DNA-Sequenzen. Deren Ergebnisse werden hier vorgestellt. An diesem Beispiel werden dann neu aufgetauchte Probleme der Datenanalyse besprochen. Diese könnten weitreichende Konsequenzen für die Rekonstruktion der Stammesgeschichte weit voneinander entfernt stehender Familien haben. Trotz dieser möglicherweise schwerwiegenden Einschränkungen der phylogenetischen Analyse wurden etliche Beziehungen der Vögel ermittelt, die einerseits sinnvoll erschienen, andererseits aber grundtypübergreifend waren. Da solche Beobachtungen keine Einzelfälle sind, wird hier der Frage nachgegangen, was molekulare Phylogenien denn grundsätzlich aussagen. Letztlich handelt es sich dabei um die Interpretation von Ähnlichkeiten auf genetischer Ebene. Die spezifischen Muster der DNA setzen sich aber aus einer Mischung von einerseits „zufälligen“ und andererseits abstammungsbedingten Merkmalen (historischen Signalen) zusammen. Gleichzeitig sind sie auch noch von funktionellen Erfordernissen geprägt. Die Unterscheidung dieser Komponenten ist eine herausfordernde und bisher weitgehend ungelöste wissenschaftliche Aufgabe. Dieser Artikel stellt erste gedankliche Ansätze zu einer alternativen Bewertung molekularer Phylogenien, aber auch deren möglicher Nutzbarmachung für die Beschreibung neuer Grundtypen vor.

Lesen Sie diesen Beitrag in folgenden Formaten