Zur Abgrenzung von Mikroevolution und Makroevolution

Autor/innen

  • Reinhard Junker
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a8889bc51c4)
2006-11-01
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Eine Unterscheidung zwischen Mikroevolution und Makroevolution muß sich an der Qualität der Veränderungen der Lebewesen und an entsprechenden unterschiedlichen Fragestellungen (kurz: Optimierung oder Konstruktion) orientieren. Nur dann kann die Frage nach der Entstehung des Neuen in der Biologie adäquat formuliert und darauf Forschung aufgebaut werden. Makroevolution steht für die Entstehung neuer Konstruktionen. Dieser Vorgang kann nicht als Extrapolation von Variationsvorgängen wie Anpassungen, Spezialisierungen oder Optimierungen betrachtet werden. Argumente für eine Gleichsetzung von Mikroevolution und Makroevolution werden als unbegründet zurückgewiesen. Für makroevolutive Veränderungen fehlen experimentelle Belege; dafür vorgeschlagene Mechanismen wie Evolution neuer funktionaler Gene durch Genduplikation, durch Exon shuffling, durch Mutation von Hox-Genen oder Evolution durch Gen-Tinkering sind entweder hypothetisch oder bewirken – soweit experimentell belegt – nur mikroevolutive Veränderungen. Viele Befunde der kausalen Evolutionsforschung sprechen eher gegen als für die Möglichkeit von Makroevolution. Makroevolutive Veränderungen können durch ein latentes genetisches oder entwicklungsbiologisches Potential vorgetäuscht werden (Polyvalenz). Hier müssen genaue Untersuchungen Klarheit verschaffen.

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