Die Landschaftsformen – unter anderen als heutigen Bedingungen entstanden

Autor/innen

  • Manfred Stephan
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2006-11-01
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Detlef Busche, Jürgen Kempf und Ingrid Stengel vertreten in ihrem Buch „Landschaftsformen der Erde“ die These, daß viele Landschaftsformen sehr wahrscheinlich nicht unter den heutigen Klimabedingungen entstanden sind. Das steht in Spannung zum Aktualismus-Prinzip. Ausgangspunkt ihrer Hypothese ist die weltweite Verbreitung chemisch zersetzten Gesteins, das oft bis in mehrere hundert Meter Tiefe reicht – soweit es nicht abgetragen wurde. Die Andersartigkeit des heutigen Klimas zeige sich daran, daß „im Laufe des jüngeren Tertiärs ... die Leistungsfähigkeit der chemischen Verwitterung diskontinuierlich abgenommen“ habe (S. 22, 51). Zu dieser enormen Gesteinszersetzung sei wahrscheinlich ein noch exzessiveres Klima als das der heutigen feuchten Tropen nötig. Das zersetzte, weiche Gestein konnte dann leicht flächenhaft abgespült werden. Damit wird besonders die Entstehung der Flächenlandschaften (Rumpfflächen) erklärt, „die ausgedehnteste festländische Reliefform“ der Erde (S. 74). Zwei Fragen stellen sich: Ist dafür allein bzw. primär das Klima verantwortlich? Und: Wie rasch konnten diese Prozesse ablaufen? Anhand der Entstehung der Felstürme des Elbsandsteingebirges, der Kalkauflösungsprozesse am Donautal, der Bildung des Steilrandes der Schwäbischen Alb und der Herkunft von Sandsteinen in Perm und Trias wird diskutiert, wieweit dieser Erklärungsansatz für ein geologisches Kurzzeitmodell der Erdgeschichte hilfreich sein könnte.

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