Vom Fisch zum Vierbeiner – eine neue Sicht zu einem berühmten Übergang

Teil 1: Überblick und tetrapodenartige Fische des Oberdevons

Autor/innen

  • Reinhard Junker
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2004-05-01
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Die Eroberung des Landes ist ein Meilenstein in der Geschichte der Wirbeltiere. Bis vor kurzem galt die Abfolge von einem Quastenflosser wie Eusthenopteron zum „ersten Vierbeiner“ (Tetrapoden) Ichthyostega als der Weg, auf dem dieser Übergang beschritten wurde (Abb. 1; vgl. Kasten S. 4). Zwischen beiden Formen besteht eine erhebliche morphologische Kluft. Neue Fossilfunde tetrapodenähnlicher Fische, vor allem Panderichthys, scheinen diesen Sprung zu verkleinern. Panderichthys ist jedoch ausschließlich wasserlebend und paßt als Vorläufer von Tetrapoden in manchen Merkmalen weniger als Eusthenopteron. Die ältesten Fossilfunde, die den Tetrapoden zugerechnet werden, sind zudem älter als Panderichthys. Im Kopfbereich weisen diese mutmaßlichen Tetrapoden-Frühformen erstaunliche Spezialisierungen auf, deren Vorgeschichte fossil nicht dokumentiert ist. Über die Herkunft der ersten Tetrapoden geben diese ältesten Fossilformen daher wenig Aufschluß. In dieser ersten Folge des auf drei Teile angelegten Beitrags über die Entstehung der Tetrapoden werden zunächst ein Überblick über die maßgebliche Fossildokumentation von Formen des Oberdevons gegeben und die wichtigsten Fragestellungen im Rahmen einer evolutionären Deutung aufgeworfen. Danach werden die Fossilien des unteren Oberdevons (Frasnium-Stufe) vorgestellt und ihre evolutionäre Bedeutung diskutiert. Im zweiten Teil sollen das neue Bild vom berühmten „ersten Amphib“ Ichthyostega sowie vom wasserlebenden Tetrapoden Acanthostega und andere Formen aus dem oberen Oberdevon (Famennium-Stufe) vorgestellt werden. Der Schlußteil ist evolutionstheoretischen Problemen des mutmaßlichen Übergangs von Fischen zu Vierbeinern gewidmet – alles zusammen ein Streifzug durch spannende Kapitel aktueller paläontologischer Forschung.

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