Zur Bildungsdauer des Nusplinger Plattenkalks

Teil 3: Mikroevolution der Ammoniten, Massenvermehrungen von Kalkbildnern und Gesamtresultat

Autor/innen

  • Manfred Stephan
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2003-05-01
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Heute können massiv gestörte Umweltbedingungen zu raschen mikroevolutiven Artneubildungen führen. Ökologischer Druck könnte im Oberjura sowohl die Mikroevolution der Ammoniten als auch die Massenvermehrungen (Seeblüten) von Goldalgen (Coccolithophoriden), den Hauptbildnern des Kalkschlicks, beschleunigt oder sogar bewirkt haben. Neuere Befunde in Plattenkalken der südlichen Frankenalb belegen zahlreiche „Sterbeevents“ (Sterbeereignisse), die immer wieder unterschiedliche Tiergruppen betroffen haben; sie weisen auf „stärkste Umweltschwankungen“ hin (RÖPER et al. 2000, 50). Eine überschlägige Rechnung anhand der heutigen kalkskeletttragenden Goldalge Emiliania huxleyi zeigt, daß etwa 0,5-1 cm Sediment in ca. 10 Tagen entstehen könnte, wenn es im Oberjura Coccolithophoriden-Arten gab, die optimal mit Nährstoffen versorgt wurden und aufgrund bisher unbekannter genetischer Ausstattung noch höhere Zelldichten erreichen konnten. Das (vorläufige) Gesamtresultat am Schluß führt zu einer Ablagerungszeit des ca. 10,5-17 m mächtigen Nusplinger Plattenkalks in der Größenordnung von mehreren Jahrzehnten.

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