Haben die Australopithecinen ausgedient? Kenyanthropus und Orrorin rütteln am Stammbaum

Autor/innen

  • Sigrid Hartwig-Scherer
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a80994e1df5)
2001-11-01
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Seit mehr als einem halben Jahrhundert gelten die Australopithecinen als einzig mögliche Vorfahrengruppe des Menschen. Nun rütteln die Entdecker der beiden neuen Fossilformen Kenyanthropus und Orrorin am menschlichen Stammbaum und sägen dabei kräftig am Australopithecinen-Ast. Beide Forschergruppen erheben für ihre Funde den Anspruch auf direkte Vorfahrenschaft des Menschen und rücken die Australopithecinen mehr oder weniger komplett auf einen für die menschliche Evolution unbedeutenden Seitenast. Allerdings werfen beide Fossilien bezüglich ihrer widersprüchlichen Merkmalskombinationen ähnlich gelagerte Probleme wie die altgedienten Australopithecinen auf: Auch mit den neuen Funden gelingt es nicht, einen auch nur einigermaßen widerspruchsfreien menschlichen Stammbaum zu konstruieren. Alternativ kann Kenyanthropus in den Grundtyp der Australomorphen gestellt werden; die Einordnung von Orrorin ist aufgrund des geringen Fundmaterials unsicher.

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