Explosive Artbildung bei Buntbarschen in ostafrikanischen Seen

Autor/innen

  • Judith Fehrer
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a86324e8232)
1997-11-01

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Buntbarsche der ostafrikanischen Seen sind seit langem bekannt für ihre besonders rasche Artaufspaltung. Da die meisten Endemiten sind, d.h. nur in dem jeweiligen See vorkommen, muß ihr Alter geringer sein als das der Entstehung· des Sees bzw. ihre Entstehung kann nicht länger zurückliegen als die letzte Austrocknungsphase. Seismische Untersuchungen des Seegrundes konnten heim Viktoriasee nachweisen, daß die letzte Austrocknung erst vor ca. 12.000 Jahren stattfand, woraus sich ergibt, daß über 300 Buntbarscharten, die für ihre erstaunliche ökologische und morphologische Diversität bekannt sind, sich erst im Laufe dieser Zeit entwickelt haben konnten. Ein noch extremeres Evolutionstempo konnte für Barscharten des Malawisees festgestellt werden, wo innerhalb der letzten 200 Jahre eine ganze Anzahl von Arten entstanden ist, so daß viele kleine, neuentstandene Felshabitate ihre eigene Fischfauna beherbergen. Solche Geschwindigkeiten für die Bildung neuer Arten sind nach gängigen Konzepten unerwartet und stellen eine Herausforderung dar, nach möglichen Erklärungen für diese rasche Radiation zu suchen.

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