Die „Wolke“ über den karbonischen Tetrapoden

Autor/innen

  • Reinhard Junker
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a847370f898)
2010-05-01
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Die ältesten Tetrapoden (Vierbeiner) aus dem Devon waren in den letzten Jahren häufig im Brennpunkt des Interesses. Es gibt manche Hinweise darauf, dass es sich bei diesen Formen wie Ichthyostega, Tiktaalik oder Acanthostega nicht um Vorläufer späterer Tetrapoden handelt, sondern um speziell angepasste Formen, die evolutionär auf einen blinden Ast gestellt werden müssen. Die jüngeren Tetrapoden aus Karbon (das dem Devon folgt) lassen sich nicht leicht an die devonischen Formen anschließen. Sie treten in großer Vielfalt und mit unterschiedlichsten Merkmalskombinationen „ursprünglicher“ und „abgeleiteter“ Merkmale auf, so dass Abstammungsfolgen kaum rekonstruierbar sind. Außerdem müssen in großem Ausmaß Konvergenzen angenommen werden, also das unabhängige Auftreten baugleicher Merkmale. Fracasso (1994) gebrauchte das Bild einer großen „Wolke“, unter der die evolutionär anzunehmenden Abstammungsbeziehungen verdeckt sind. Es wird diskutiert, wie die paläontologischen Befunde im Rahmen des Grundtypmodells und durch das Hervortreten aus geologisch nicht überlieferten Lebensräumen interpretiert werden könnten.

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