Rätselhaft: Das Fehlen von 20 Millionen Jahren

Die ausweglosen Widersprüche der Schmiedefeld-Formation (Ordovizium; Thüringen)

Autor/innen

  • Manfred Stephan
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2008-11-01
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Die Schmiedefeld-Formation (Thüringisches Schiefergebirge) ist nach Leitfossilien (Conodonten), deren Schichten in Kanada und Schottland radiometrisch datiert werden konnten, in ca. 20 Mio. Jahren entstanden. Das Hauptproblem für das Langzeit-Paradigma besteht darin: Die Formation ist sehr geringmächtig (nur 0,5-40 m), und die Sediment-Befunde belegen schnelle Ablagerung – es treten aber nur gewöhnliche Schichtfugen auf, während langzeitliche Schichtlücken (Hiaten) paradoxerweise nicht zu erkennen sind. Das gilt auch dort, wo mehrere Schichtglieder der Formation fehlen (ein ausgeprägtes Beispiel wird näher diskutiert). Das führt im Langzeit-Paradigma in offenbar ausweglose Widersprüche (Aporien): Die Geländebefunde belegen den Widerspruch zwischen einer schnellen Schichtenbildung, einer geringen Gesamtmächtigkeit und einer langen Bildungszeit (Ellenberg 2000, 80). Eingelagerte Phosphorit-Bildungen weisen auf Ablagerungs-Unterbrechungen von wohl nur Jahrzehnten hin. Weiter werden einige Sedimentbefunde diskutiert, die schwer verständlich sind (gegenseitige Schichten-Vertretung; fließende Schichtenübergänge; unvollständige Verwühlung). Das Prinzip des Aktualismus wird massiv verletzt, weil nahezu keine Abtragung auf dem benachbarten Festland und fast kein Sediment-Eintrag in das Ablagerungsgebiet der Formation stattgefunden hat, auch keine tektonische Hebung oder Senkung. Das heißt, es hätte hier während 20 Mio. Jahren fast vollständiger geologischer Stillstand geherrscht, wodurch diese Zeiträume faktisch fehlen. Die geologischen Befunde sprechen für eine Entstehungsdauer der Schmiedefeld-Formation in der Größenordnung von nicht mehr als Jahrhunderten. Das stellt auch die radiometrischen Datierungen in Frage.

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