Überraschender Befund: Gras gab es schon zur Zeit der Dinosaurier

Schöpfungstheoretische Aspekte zum frühen Auftreten von Gräsern

Autor/innen

  • Manfred Stephan
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2006-05-01
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Nachdem bisher makroskopische Fossilien von Gräsern (Poaceae) erst aus dem Bereich der Paläozän/Eozän-Grenze (Alttertiär) bekannt waren, beschreiben nun Prasad et al. (2005) Grasreste bereits aus der höchsten Oberkreide (obere Maastrichtium-Stufe) von Indien. Damit ist gleichzeitig erstmals belegt, daß auch vierbeinige Dinosaurier (Titanosaurier) neben anderen Pflanzen Gräser verzehrten, denn die Reste wurden in ihrem fossilen Kot entdeckt. Die Gräser umfassen mehrere Arten und gehören beiden Obergruppen der Gräser an. Im evolutionstheoretischen Szenario wird deshalb der Ursprung der Gräser noch weiter zurückverlegt, nämlich in die mittlere Oberkreide (Santonium-/Campanium-Stufen). Im Gegensatz zu den reichen Blätter- bzw. Baumfloren im gesamten Tertiär sind Gräser noch bis zum Mittelmiozän (Jungtertiär) sehr selten und werden erst ab Obermiozän (allmählich) bestandsbildend; dazu erfolgt ein Überblick über mitteleuropäische Fossillagerstätten. Säugetiere mit typischen hochkronigen (hypsodonten) Grasfressergebissen treten vermehrt erst ab Mittelmiozän auf; jedoch gibt es bereits in der Oberkreide und im Alttertiär (Eozän und Oligozän) einige Gruppen von Säugetieren mit hochkronigem Gebiß. Abschließend wird das sporadische Auftreten (fehlende bis geringe Bestandsbildung) von Gräsern im Alttertiär und erst recht in der Oberkreide im Rahmen der biblisch-urgeschichtlichen Geologie mit dem Konzept der „geologisch nicht überlieferten Biotope“ gedeutet. Darunter sind Lebensräume zu verstehen, deren Überreste in der Abfolge der Schichtgesteine nicht auftauchen. Deshalb fehlen auch Fossilien der Lebewesen, die in diesen Biotopen existierten. In diesem Zusammenhang werden hilfreiche Aspekte von Fossil-Effekten aus der Paläontologie angesprochen (z.B. der Fossil-Trap-Effekt).

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