Gene-tinkering & Netzwerke: unerwartete Einsichten

Autor/innen

  • Niko Winkler
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a7daa1c6bb2)
2005-05-01
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Die Eigenschaften biologischer Netzwerke gleichen verblüffend Netzwerken, die durch Ingenieure erdacht wurden. Drei hauptsächliche Eigenschaften charakterisieren beide: modularer Aufbau, Robustheit gegenüber Bauteiltoleranzen und die Verwendung wiederkehrender Elemente. Technische Netzwerke, die einer im Computer simulierten Evolution ausgesetzt wurden (neuronale Netzwerke) teilen diese Eigenschaften nicht. Dieser Befund ist ein weiterer Hinweis auf einen Schöpfer in biologischen Systemen. Die Proteine der Lebewesen bestehen häufig aus denselben Abfolgen von Aminosäuren. Man nennt solche Abschnitte Motive oder Domänen. Erstaunlicherweise kommen Proteindomänen (und die zugrundeliegenden Genabschnitte) im ganzen Organismenreich immer wieder in ähnlicher oder sogar gleicher Form vor, jedoch oft in ganz unterschiedlichen Funktionszusammenhängen. Es hat sich herausgestellt, daß der Unterschied zwischen zwei Organismen folglich nicht so sehr in der Anzahl verschiedener Gene, sondern im unterschiedlichen Zusammenbau gleicher oder ähnlicher Gene oder Genabschnitte besteht. „Die gesamte lebende Welt läßt sich also mit einer Art riesigem Baukasten vergleichen“ (Jacob 2000).

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