„RNA-Welt“ – Chemisches Missing Link zwischen Ursuppe und ersten Zellen?

Autor/innen

  • Kurt Weindel
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a805b576f7a)
2001-11-01
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In den letzten 1-2 Jahrzehnten erregten Überlegungen zu einer "RNA-Welt" (ein chemisches Milieu, dominiert von zur Katalyse befähigten RNA-Molekülen) großes Interesse. Katalytische RNA hätte die potentielle Fähigkeit, sich selbst und andere wichtige Biomoleküle zu synthetisieren, und die notwendige Information in Gestalt ein und desselben Moleküls zu speichern und umzusetzen. Damit würde sie eine wichtige Brücke darstellen zwischen chemischer Evolution (Moleküle) und beginnender biologischer Evolution (lebende Zellen, Organismen). Im selben Zeitraum fielen jedoch eine Vielzahl von Daten an, die deutlich machen, daß für eine zufällige, ungesteuerte Entstehung von RNA-Molekülen die chemische Basis fehlt. Ungenügende Stabilität unverzichtbarer Bestandteile, extrem hohe stereo- und struktur-chemische Hürden, Bedarf an reinen Ausgangsstoffen in sehr hoher Konzentration, und in Ursuppenexperimenten anfallende Produktmischungen, die einer ungelenkten Polymersynthese fundamental entgegenstehen, stellen die Plausibilität einer "RNA-Welt" grundlegend in Frage.

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