Einzigartige Baumgestalten: Die Bärlappbäume des Karbons

Autor/innen

  • Reinhard Junker
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a7e30938211)
1998-11-01
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Die Bärlappbäume des Karbons (Lepidodendrales, Klasse Lycopsida) waren einzigartige Pflanzengestalten. Leichtbau, schüttere Kronen, schnell abfallende kleine Blätter, Photosynthese durch die Stämme, schwach ausgebildetes Leitgewebe, eine dicke, z. T. vermutlich hohle Rinde, ungewöhnlich ausgebildete basale (unter-"irdische") Organe (Stigmarien) und determiniertes (begrenztes) Wachstum sind einige besondere Kennzeichen ihres Bauplans. Die Fortpflanzung erfolgte durch Heterosporen; die Sporangien (Sporenbehälter) waren in charakteristisch gebauten Zapfen zusammengefaßt. Die hohlen und aus teilweise leicht zersetzlichem Gewebe bestehenden Stigmarien waren allseitig (flaschenbürstenartig) mit Anhängen (sog. Appendices) besetzt, die ebenfalls hohl waren und mit Hilfe eines Trenngewebes abgeworfen wurden. Da Wurzelhaare und eine Wurzelhaube fehlten und da die Stigmarien anatomisch sehr stark den Luftästen glichen, handelte es sich bei diesen Organen offenbar nicht um - gemessen an heutigen Pflanzen - "normale" Wurzelorgane. Die besonderen Baueigentümlichkeiten passen jedenfalls nicht zu einer Verwurzelung in festem Erdreich und deuten darauf hin, daß die Lepidophyten im Wasser "wurzelten". Bau und Lebensweise der Lepidophyten suchen ihresgleichen in der heutigen Pflanzenwelt.

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