Evo-Devo: Schlüssel für Makroevolution?

Teil 1: Ausgangspunkt und Anerkennung eines ungelösten Evolutionsproblems

Autor/innen

  • Reinhard Junker
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a8ba6dd5f88)
2008-11-01
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„Makroevolution“ steht für die Entstehung neuer Konstruktionen (Junker 2006). Nicht nur Evolutionskritiker, sondern auch manche Evolutionsbiologen halten die Synthetische Evolutionstheorie nicht für geeignet, „Innovationen“ zu erklären. Die auf Darwin zurückgehende Selektionstheorie könne Variation, Modifikation, Erhalt oder Verlust von Merkmalen erklären, nicht aber das evolutiv Neue. Daher sei eine qualitative Unterscheidung zwischen Mikroevolution und Makroevolution angebracht, und für eine Erklärung von Makroevolution müssten Lösungen erst noch gefunden werden. Nach dem sogenannten „Evo-Devo“-Ansatz soll die Lösung in einem besseren Verständnis der Ontogenese (Individualentwicklung, „development“) und ihren Zusammenhängen mit evolutiven Veränderungen liegen. In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Entdeckungen gemacht, die auf die Bedeutung dieser Zusammenhänge hinweisen könnten. In diesem ersten Teil einer Artikelserie über „Evo-Devo“ sollen die Argumente erläutert werden, die diesen neuen Erklärungsansatz nahelegen. Außerdem sollen die Argumente dafür vorgestellt werden, weshalb Evo-Devo-Forscher die Synthetische Evolutionstheorie mit der Selektionstheorie als Kernbestandteil als unzureichend für die Erklärung von Makroevolution ansehen. In den weiteren Folgen sollen die Evo-Devo-Lösungsansätze vorgestellt und kritisch analysiert werden.

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