Großer Meersaurierfriedhof - Zeugnis für Massensterben

Vergiftung als Ursache der ausgedehnten Umweltkatastrophe?

Autor/innen

  • Manfred Stephan
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a7f8cfd198e)
2007-11-01
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Im Verlauf einer mehrjährigen Grabungskampagne stellte sich heraus, dass die als Meersaurierfriedhof bezeichnete starke Anreicherung vor allem von Fischsaurierskeletten und -knochen in einer Schicht im Oberen Unterjura bei Eislingen an der Fils (Württemberg) eine Fläche von mindestens 20 Quadratkilometern umfasst. Die Entstehung dieser Fossillagerstätte im Oberen Unterjura wird auf eine große Umweltkatastrophe zurückgeführt: Der Zerfall von Methanhydraten in tiefmeerischen Sedimenten des einstigen südostfranzösischen Dauphiné-Beckens habe bis ins süddeutsche Flachmeer zu einer großräumigen Vergiftung der Lebewelt geführt. Diese Ursache ist jedoch zweifelhaft. Denn Methanhydrate sind nur bei niedrigen Temperaturen und/oder hohen Drücken stabil. Gegen den dafür notwendigen Kaltwasserzufluss ins Dauphiné-Becken sprechen aber sowohl Daten, die auf eisfreie Pole zur Zeit des Unteren Jura hindeuten, als auch der weitgehende Flachmeercharakter im damaligen europäischen Raum, der (kalte) Tiefenströmungen verhinderte. Die Befunde, die auf eine rasche Entstehung der Fossillagerstätte hinweisen, bleiben von der Methanhydrat-Hypothese jedoch unberührt.

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