Radiokarbon und historisch-archäologische Datierung für den alten Orient. Neue Entwicklungen.

Autor/innen

  • Uwe Zerbst
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2005-05-01
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In einem früheren Beitrag (Zerbst 1999b) hat sich der Autor mit Diskrepanzen zwischen archäologisch-historischen und naturwissenschaftlichen Altersbestimmungen auf der Basis von Radiokarbon (14C) und Baumringmethode auseinandergesetzt. Die zu dieser Zeit publizierten Messungen hatten für die Zeit vor 1000 v.Chr. sowohl in Ägypten und Palästina als auch in der Ägäis deutlich höhere 14C-Alter ergeben, als sie das konventionelle Datierungsschema vorsieht. Im vorliegenden Beitrag soll untersucht werden, ob sich die damals herausgearbeiteten Trends auch bei neueren Untersuchungen zeigen. Im Ergebnis können die damals getroffenen Aussagen im wesentlichen bestätigt werden. Neuere Vergleiche für das Alte Reich in Ägypten sowie für die Frühe Bronzezeit in Palästina (konventionell von 3000 bis 2250 v.Chr.) ergaben ähnlich den früheren Datensätzen einen Zeitversatz um mehrere Jahrhunderte, wobei die naturwissenschaftlichen Verfahren zu den höheren Werten tendierten. Ebenfalls bestätigt wurden die Aussagen hinsichtlich der Frühen Bronzezeit in der Ägäis (konventionell von 1600 bis 1400 v.Chr.), wobei die naturwissenschaftlichen Daten 100 bis 150 Jahre über dem archäologischen Rahmen lagen. Neu hinzugekommen ist eine intensive Diskussion der Eisenzeit in Palästina (insbesondere die Zeit von konventionell 1000 bis 900 v.Chr.), bei der sich möglicherweise ein umgekehrter Trend andeutet, nach dem die naturwissenschaftlichen Daten um 60 bis zu 100 Jahre niedriger liegen könnten als die archäologischen Vorstellungen. Die derzeit vorliegenden Daten sind aber zu widersprüchlich, um bereits definitive Aussagen ableiten zu können. Anschließend werden mögliche Ursachen für die Diskrepanzen auf Seiten der 14C-Datierung/Dendrochronologie kurz angesprochen, wie sie in Zerbst (1998a, b, 1999a, b) ausführlicher diskutiert wurden.

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