Sedimentbildung bei der Hochwasserkatastrophe im Erzgebirge (Sachsen)

Teil 1: Sandbank im Müglitztal zwischen Weesenstein und Dohna

Autor/innen

  • Manfred Stephan
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2003-11-01
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Durch eine außergewöhnliche Wetterlage kam es infolge extrem starker Niederschläge am 12. und 13. August 2002 in verschiedenen Tälern des Erzgebirges zu katastrophalen Überflutungen. Dabei wurde auf einer Wiese neben dem Flußlauf der Müglitz eine bis zu 1 m mächtige Sandbank abgelagert. Sie weist folgende Merkmale auf: Unten horizontalgeschichteter Grob- bis Feinsand, der nach oben unter Ausbildung von Strömungsrippelschichtung in Mittelsand bis Grobsilt übergeht. Bei den Rippeln handelt es sich um eine extreme Form „kletternder Rippeln“. Darüber liegt stellenweise noch eine geringmächtige horizontalgeschichtete Feinsandlage. Der horizontalgeschichtete Sand an der Basis stellt ein Ereignis dar, bei dem unter hoher Strömungsgeschwindigkeit sehr reichlich Sand transportiert und rasch abgelagert wurde. Nach oben verringerte sich die Strömungsgeschwindigkeit; dabei kam es bei weiterer reichlicher Sedimentanlieferung und -ablagerung zur Ausbildung kletternder Rippeln. Im Rahmen der heutigen Sedimentkörper-Archtitekturanalyse ähnelt diese Abfolge nach ihrer flußnahen Position und ihren Sedimentstrukturen teilweise einem „Uferwall-Durchbruchsfächer“. Allerdings besitzt die Müglitz keinen natürlichen Uferwall (mehr), daher haben die Sedimente auch keine fächerartige „Durchbruchs-Geometrie“ (räumlicher Aufbau). Man kann allenfalls von einer Durchbruchsfächerähnlichen Sedimentfolge sprechen; sie wurde am Rand der Überflutungsebene abgesetzt. Die Hochwasser-Sedimente der Müglitz werden mit gleichartigen Architekturelementen und Sedimentstrukturen von Sandsteinen verglichen, besonders mit bestimmten Schilfstandstein- und Stubensandsteinabfolgen (Mittlerer Keuper; Obere Trias). Dabei erweist sich die rasche Bildung solcher Sandsteine, die während der Erdgeschichte sehr häufig entstanden sind, als gut begründet.

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