Datierung mittels Radiokarbon (14C)

Teil IIa: Die Kalibrierung von 14C-Altern. Grundlagen. Die nordamerikanischen Borstenkiefernchronologien.

Autor/innen

  • Uwe Zerbst
    sg@wort-und-wissen.de (journal.primary_contact69a7c79e613e9)
1998-11-01
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In Teil I des vorliegenden Aufsatzes (letzte Ausgabe) wurde auf das Problem der Isotopenverschiebung hingewiesen, das eine nachträgliche Korrektur der Rohdaten der 14C-Datierung nötig macht. Diese gewöhnlich als Kalibrierung bezeichnete Korrektur erfolgt durch den Vergleich der "14C-Alter" mit den wirklichen oder kalendarischen Altern. Im Folgenden sollen die wichtigsten Verfahren dargestellt werden, mit deren Hilfe Kalibrierkurven aufgestellt worden sind. Aufgrund ihrer überragenden Bedeutung nimmt dabei die Dendrochronologie, die Ermittlung kalendarischer Alter über das Auszählen von Jahrringen in Bäumen, eine besondere Stellung ein. In Teil IIb werden weitere Verfahren kurz vorgestellt. Der bereits angedeutete Konflikt zwischen archäologischer und 14C-Datierung ist seiner Natur nach im Wesentlichen ein Konflikt zwischen Archäologie und Dendrochronologie. Vertreter der Baumringdatierung nehmen dabei gelegentlich den Standpunkt ein, daß ihrer Disziplin gegenüber der archäologischen Datierung unbedingt Vorrang einzuräumen sei. Begründet wird dies mit den sehr viel genaueren Altersangaben (die Dendrochronologie ermöglicht Datierungen auf ein Jahr genau) und mit der geringeren Menge an Zusatzannahmen bei der Erstellung einer Chronologie. Als außerordentlich wichtiges Argument wird die sehr hohe Sicherheit der dendrochronologischen Methode hervorgehoben. Fehler seien praktisch ausgeschlossen, da verschiedene unabhängig entstandene Standardchronologien miteinander in Übereinstimmung seien (Baillie 1990, 1995). Der vorliegende Aufsatz geht diesem Argument nach und untersucht dabei insbesondere, inwieweit die verschiedenen Chronologien tatsächlich als unabhängig betrachtet werden können. Während Teil IIa seinen Schwerpunkt auf den Grundlagen der dendrochronologischen Datierung hat, wird sich Teil IIb v.a. mit einer detaillierteren Diskussion der gegenseitigen Wechselbeziehungen der derzeit existierenden Langzeitchronologien befassen und die Frage nach der Unabhängigkeit der Datierungsmethoden aufwerfen.

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